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Die Heiligen Drei Könige und die Sternsinger
Am 6. Januar ist der Festtag „Heilige Drei Könige“. Mit diesem Begriff bezeichnet die katholische Tradition die in der Weihnachtsgeschichte des Matthäus-Evangeliums erwähnten Weisen aus dem Morgenland, die durch den Stern von Betlehem zu Jesus geführt wurden. Ihr Hochfest in der katholischen Kirche ist der 6. Januar, der umgangssprachlich „Dreikönigstag“, genannt wird. In der Liturgie heißt dieses Fest „Erscheinung des Herrn“, sowohl in der katholischen (Epiphanie) als auch in der evangelischen Kirche (Epiphanias).
Das zweite Kapitel des Matthäusevangeliums berichtet im Rahmen der Erzählung von der Geburt Jesu Christi in Betlehem über die Verehrung des Neugeborenen durch „Magier aus dem Osten“. Die Weisen haben den Aufgang seines Sterns beobachtet und kommen nach Jerusalem, um dem neugeborenen König zu huldigen. Der Stern führt sie nach Betlehem und bleibt dort über einem Stall stehen. Die Magier freuen sich und bringen ihre Gaben dar: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Jedes der Geschenke steht einzeln als Zeugnis für die Ankuft des Messias Jesu: Gold als das angemessene Geschenk für den neugeborenen König; Myrrhe, eine Heilpflanze, mit der Arznei zubereitet wird, zum einen als Geschenk für den von Gott gesandten Arzt und Heiler („Heiland“), zum anderen ebenso wie der dem Bereich des Tempels zugeordnete Weihrauch als Geschenk für den zukünftigen Hohepriester Israels.
Die Namen der drei Weisen werden in der lateinischen Tradition ab dem Anfang des 6. Jahrhunderts verwendet: Caspar, Melchior und Balthasar vor. Im 12. Jahrhundert glaubte man im christlichen Abendland, die Welt bestehe aus drei Kontinenten, nämlich Europa, Asien und Afrika. Spätestens ab diesem Zeitpunkt wurde auch die Anzahl der Weisen auf drei festgelegt. Es verbreitete sich die Anschauung, die drei Könige symbolisierten die drei Kontinente. Ab dieser Zeit finden sich Darstellungen, auf denen der dritte König, der vorher wie die anderen eine weiße Hautfarbe hatte, mit schwarzer Hautfarbe dargestellt wird. Von den Anfangsbuchstaben ihrer Namen leitete man Mitte des 20. Jahrhunderts die Wörter „Christus mansionem benedicat“ als christlichen Segensspruch ab, den die Sternsinger heutzutage in der Abkürzung „C+M+B“ neben die Haustüren schreiben.
Aufgrund der mittelalterlichen Volksfrömmigkeit trat im deutschsprachigen Raum die Verehrung der Heiligen Drei Könige so stark in den Vordergrund, dass bis heute in den katholischen Gebieten Deutschlands der Begriff „Dreikönigsfest“ oder „Dreikönigstag“ der vorherrschend gebrauchte Name für den 6. Januar ist.
Die eigentliche Bezeichnung dieses Festes ist dagegen Erscheinung des Herrn. Die Kirche feiert an diesem Tag das Sichtbarwerden der Göttlichkeit Jesu in der Anbetung durch die Magier, in der Taufe im Jordan und im Wunder von Kana. Dabei wird die Geschichte von den Weisen aus dem Morgenland als Evangelium in den katholischen und evangelischen Gottesdiensten gelesen.
In Deutschland ist der Dreikönigstag nur in Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt ein gesetzlicher Feiertag. Im benachbarten Frankreich und Luxemburg wird am Dreikönigstag ein Gebäck namens Dreikönigskuchen (französisch Galette des Rois) aufgetischt. Basierend auf dem alten Brauch des Dreikönigssingens gehen in unserer Gemeinde vielerorts Messdiener als Heilige Drei Könige gekleidet von Haus zu Haus. Die Kinder und Jugendlichen verkünden dabei nicht nur die Frohbotschaft des Evangeliums, sondern sammeln auch Spenden für benachteiligte Kinder. Die Sternsinger werden von der jeweiligen Pfarrgemeinde ausgesandt. Den Menschen, die sie einlassen, singen die Sternsinger ein Lied. Dann schreiben sie mit geweihter Kreide die traditionelle Segensbitte C+M+B (lateinisch für „Christus mansionem benedicat“) – verbunden mit der jeweiligen Jahreszahl – an die Haustüren bzw. die Türbalken. Wörtlich übersetzt heißt der Spruch: „Christus segne dieses Haus“.