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Einladung zur Ausstellungseröffnung „Das Saargebiet und die Weimarer Republik“ am 5. April im Rathaus

Erstellt am Donnerstag, 05. April 2018 06:31

Vor 100 Jahren, am 9. November 1918, rief Philipp Scheidemann vom Balkon des Berliner Reichstags den aufgewühlten Massen zu: „Die Hohenzollern haben abgedankt! Es lebe die deutsche Republik“. Eine neue Ära begann in Deutschland: Die Weimarer Republik. 

Die Saarländer waren von diesen Umwälzungen ausgeschlossen und erlebten dafür andere. Mit Inkrafttreten des Versailler Vertrags am 10. Januar 1920 wurde der als „Saargebiet“ bezeichnete Landstrich für 15 Jahre der Regierung des Völkerbundes unterstellt. Bis dahin blieb es zwar völkerrechtlich Teil des Deutschen Reichs, wurde aber von Regierungskommission verwaltet und gehörte fortan zum französischen Wirtschaftsraum.

 

Der Verkehrsverein Mandelbachtal zeigt in Zusammenarbeit mit dem Landesarchiv im Rathaus Mandelbachtal in Ormesheim vom 5. bis 20. April 2018 eine Ausstellung über das Saargebiet und verbindet diese mit der multimedialen Ausstellung „Die Weimarer Republik – Deutschlands erste Demokratie“ des Vereins Weimarer Republik e.V. Die beiden Ausstellungen werden unter dem Titel „Das Saargebiet und die Weimarer Republik“ zusammen gezeigt und am Donnerstag, 5. April 2018, um 18.00 Uhr im Rathaus Mandelbachtal eröffnet. 

Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Gerd Tussing und den Vorsitzenden des Verkehrsvereins Mandelbachtal Manfred Pfeiffer wird Dr. Paul Burgard in die Ausstellung und das Thema einführen. Der promovierte Historiker ist seit 14 Jahren für das Landesarchiv in der Forschungs- Bildungs- und  Öffentlichkeitsarbeit tätig. 

„Nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg und der Novemberrevolution waren die Tage des Kaiserreichs gezählt!“ so Manfred Pfeiffer. „Durch den politischen Umbruch wurde Deutschland im Januar 1919 in eine parlamentarische Republik umgewandelt und das Saargebiet abgetrennt!“ Die Demokratie stand in Deutschland allerdings von Beginn an vor großen Herausforderungen. Das Friedensdiktat des Versailler Vertrags wurde wegen seiner hart erscheinenden Bedingungen und der Art seines Zustandekommens von der Mehrheit der Deutschen als illegitim und demütigend empfunden. Die Menschen im Saargebiet litten zudem unter der Abspaltung von Deutschland und die damit einhergehende Fremdbestimmung durch den Völkerbund und die Franzosen. 

Die ausgestellten Exponate über die Saargebietszeit korrespondieren mit zwei Medienstationen auf denen der hoffnungsvollen Anfang, aber auch die Krisen der Weimarer Republik gezeigt werden bis zur Machtübernahme der Nationalsozialisten und dem damit verbundenen Ende der ersten Demokratie in Deutschland im Jahr 1933. Nach der Saarabstimmung 1935 und der damit verbundenen Rückkehr zu Deutschland übernahmen die Nazis auch im Saargebiet die Macht, was zur Flucht und Vertreibung einer Vielzahl von Menschen in unserer Region führte. „Die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen ist ein ganz besonders spannendes Kapitel saarländischer und deutscher Geschichte!“ so Manfred Pfeiffer. „Diese Zeit ist ein Lehrstück dafür, dass Demokratie nicht selbstverständlich ist, sondern immer wieder erkämpft und verteidigt werden muss!“ 

Der Ausstellungsteil „Weimarer Republik“ wurde gefördert vom Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz, die Ausstellung „Das Saargebiet“ von der saarländischen Landesregierung. Sie sind zusammen im Rathaus in Mandelbachtal vom 5. bis 20. April zu sehen. Vor Ort wird der Verkehrsverein Mandelbachtal von der Kreissparkasse Saarpfalz und der Gemeinde Mandelbachtal unterstützt. Besucht werden kann die Ausstellung während der Öffnungszeiten des Rathauses vormittags von Montag bis Freitag jeweils von 8:30 bis 12:00 Uhr und nachmittags am Montag und Donnerstag von 13:00 bis 15:30 Uhr, sowie am Mittwoch von 13:00 bis 17:30 Uhr. Der Eintritt ist frei.